Ruanda/Burundi 2013

Reise nach Ruhengeri

Heute sind wir früh nach Ruhengeri2013-07-22-i aufgebrochen, unsere Reise startete mit einer Fahrt auf einem Mototaxi (Motorad). Nach 1:40 Stunden Busfahrt durch die wundervolle grüne Landschaft Ruandas sind wir am Bushof Ruhengeris angekommen. Nach dieser Fahrt wurde uns bewusst, warum Ruanda auch „Land of thousand hills“ heißt. Wir wurden von einer Pfadfinderin der AGR (Ruandische Pfadfinderinnen) abgeholt. Aus ihrem mutigen Versprechen, dass wir innerhalb von 15 Minuten bei dem Pfadfinderhaus/Nähprojekt wären, wurden ruandische 30 Minuten. Wir waren natürlich mit Sack und Pack angereist. Bei den Pfadfindern wurden wir herzlich begrüßt und uns wurde ihr Nähprojekt vorgestellt. Unter der Anleitung von den Pfadinderinnen können Frauen nähen lernen. Diese Frauen sind der AGR sehr dankbar. Sie haben vorher in starker Armut gelebt und hatten oft nichts für sich und ihren vielen Kinder zu Essen. Durch das Nähen und die Verbindung zu den Pfadfinderinnen haben sie immer Nahrung und ein kleines Geld.

Clementine, die Leiterin dieser Pfadfindergruppe  ist für mich  “Mama Africa” des Tages. Auf dem Gruppen-Bild dürft ihr raten wer sie wohl sein könnte. Auflösung gibt es morgen. Als Gastgeschenk hat jeder von uns einen selbstgewebten Waschlappen aus bester Acrylwolle geschenkt bekommen J. Tina und ich (PSG) hatten für Clementine einen Pfadfinderinnen Beutel mit Buttons und Gummibärchen.

Livia

Weitere 30 Minuten Fußmarsch später undp1050110_klein um 10-20 kg erleichtert (also ohne Gepäck) konnten wir unsere Reise dann gestärkt durch einen typisch ruandischen „Stärke-Teller“ (viiiiiele Kohlenhydrate) fortsetzen.  Nachdem Abbé Emmanuel und Abbé André von der Diözese Ruhengeri uns in der Eveché begrüßt hatten, machten wir uns von dort auf den Weg ins Hinterland. missio fördert seit vielen Jahren die pastorale Arbeit der Diözese und wir als missio Mitarbeiterin und missio Mitarbeiter waren sehr gespannt einmal konkret vor Ort die Arbeit der Diözese kennen zu lernen. Die von Serpentinen gesäumte Berglandschaft führte uns zur ältesten Gemeinde Ruandas: Rwaza. Vor Ort warteten neben den verantwortlichen Priestern auch viele Mitglieder der dort ansässigen Kleinen Christlichen Gemeinschaft. Von ihnen erfuhren wir, dass die 15-20 Familien, die dieser Gemeinschaft angehören, während ihrer einmal wöchentlich stattfindenden Treffen die Möglichkeit haben, ihre individuellen Konflikte vorzutragen und gemeinsam zu lösen. Dabei greifen sie auf die Idee des Bibel-Teilens zurück, um so Versöhnung und friedliches Zusammenleben in christlicher Nächstenliebe zu ermöglichen. Die abschließende Fotosession mit allen Beteiligten leitete die Rückfahrt ein. Angekommen in der Unterkunft hatten wir dann Gelegenheit, mit den beiden Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.

Judith

Zu Hause in Nkumba

Für mich war der heutige Tagimg_1419kleinspeziell: Gleich am Morgen fuhren wir zu der Schule an der ich vor vier Jahren für ein Jahr meinen Freiwilligendienst geleistet habe. Ich hatte seit dem wenig Kontakt zur Schule, nur mit meinem ehemaligen Mentor hatte ich sporadischen Mailkontakt. Mit Father Fabian fuhren wir also morgens um halb 7 zur Schule die etwa 15 km außerhalb von Ruhengeri liegt.

Wir besuchten den Morgengottesdienst den ich den anderen der Reisegruppe als schönes Erlebnis empfohlen hatte. 300 junge Männer, vierstimmiger Gesang, eine Messe auf Kinyarwanda. Auch für mich war es wieder beeindruckend das zu sehen.

Die Priester, die an der katholischen Sekundarschule unterrichten und leben, luden uns zum Frühstück ein. Vieles hatte sich nicht verändert und es fühlte sich an, als sei ich gar nicht weg gewesen. Herzlich wurden den anderen Geschichten von früher erzählt.

Father Fabian bestand darauf uns in Ruhengeri auch nich INES, die katholische technische Hochschule zu zeigen. Er ist dort Vice Rektor Academics und sehr stolz darauf. Eine Stunde lang begleitete er uns durch die wirklich modern aussehenden Labore und Lager für Messinstrumente. Er sprach immer wieder an, was ich nur verstohlen dachte: Ihr hättet nicht gedacht, dass es hier eine so moderne Universität gibt, oder?

Der Nachmittag sollte uns nach demimg_1536klein Schweinsgalopp der letzten Tage die Möglichkeit geben durchzuatmen. Ich hatte empfohlen dies im Hotel Paradies am Kivu-See zu tun. Gestern hatten wir uns nochmals über die Sicherheitslage informiert und gemeinsam Beschlossen trotz der Nähe zur Demonkratischen Republik Kongo und vor allem Goma dort hin zu fahren.

Die Abgeschlossenheit eines Hotelstrandes bietet in Ruanda ganz neue Möglichkeiten: Ein Picknick mit Früchten vom Markt und kurze Hosen für Männer. Dies ist kulturell sonst nicht möglich, weil wir ja schon reich genug sein müssten um uns lange Hosen zu kaufen.

Das Paradies verdient seinen Namen. Im touristischen aber nicht kitschigen Ambiente zu schwimmen und sich zu sonnen tat uns sehr gut. Der Hase zum Abendessen auf der Terrasse mit Lagerfeuer brachte mir die nötige Kraft um morgen wieder erholt und neugierig in die nächsten Tage zu gehen.

Rapha

Pfadfinderleben pur

Der erste erlebnisreiche Tag liegtimg_9957-small hinter uns. Aber fangen wir erst mal vorne an. Heute Morgen haben uns die Pfadfinder von der ASR (Association des scout du Rwanda) mit dem Bus abgeholt und direkt ein Geschenk übergeben. Alle  von uns bekamen ein T-Shirt. Darauf waren die Logos der DPSG und der ASR gestickt. So schnell bekommt man missio dazu Pfadfinder zu werden und die PSG das „d“ aufzunehmen ;o)

Nach einem Abstecher ins Büro der ASR haben wir uns das Pfadfinderleben vor Ort angeschaut. Auf dem Foto seht ihr unseren Besuch im ersten „Stamm“. Die Pfadfinder erwarteten uns schon zahlreich neben der Kirche. Extra für uns haben sie heute den Frühgottesdienst besucht um anschließend für uns Zeit zu haben. Sie haben uns ihr Gruppenprojekt,  das Anfertigen von Lederknoten gezeigt. Anschließen war die Vorstellung der einzelnen Kleingruppen, mit Tanz und Gesang. Für uns ist genau dies sehr „Rwanda-Pfadfinder-typisch“ und wir haben es so auch schon bei früheren Reisen erlebt und kannten sogar noch einige „moves“. Anschließen ging es quer durch Kigali zu zwei weiteren Stammesbesuchen der ASR.

Am Nachmittag gab es dann das Kontrastprogram. Wir haben gemeinsam mit den Pfadfindern der ASR das Genocide Memorial Center in Kigali besucht und gemeinsam einen Kranz und Blumen niedergelegt. Auf dem Gelände befindet sich neben den Massengräbern auch ein Museum mit Hintergründen und persönlichen Schicksalen des Genozids. Bei unserem 2.Besuch haben wir das Museum jedoch anders erlebt als beim ersten Mal. Auf Grund eines Stromausfalls haben wir die Ausstellung mit Taschenlampen und Handylicht angeschaut.

Nach einer Pause stand der gemeinsame Willkommensabend sowohl mit den PfadfinderInnen der ASR und den Pfadfinderinnen der Association des Guides du Rwanda (AGR) an.  Zeit für ausführliche Gespräche und ein Wiedersehen mit alten Bekannten.
Nun geht’s ins Bett, denn morgen starten wir schon um 8 Uhr in Richtung Ruhengeri …

Tina und Jana

Endlich gut angekommen

Nach einem turbulenten Nachtflug p1040896-kleinmit wenig Schlaf und einem mehrstündigen Aufenthalt in Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, und einem Kurzstopp in Entebbe am Victoriasee (Uganda), sind wir heute Nachmittag um 13 Uhr gut in Kigali angekommen.

Unsere Freunde von der AGR und der ASR haben schon auf uns gewartet und sich auf dem Ankunftsphoto mit verewigt.

Ansonsten war eher Ankommen angesagt: Hotel beziehen, Geld wechseln und Telefonkarten besorgen. Zum Abschluss gab es ein Abendessen mit Blick auf Kigali und einen super leckeren Fisch.

Überlegungen zur Reiseroute

Kibuye am Kivusee. Photo: Frank Eichinger

Kibuye am Kivusee. Photo: Frank Eichinger

Am 23. Juli planen wir bisher, nach Gisenyi zu fahren und dort für eine Nacht im Hotel Paradise zu bleiben. Gisenyi liegt am malerischen Kivusee und ist landschaftlich sicher ein großes Highlight der Reise. Gisenyi ist Grenzstadt zur Demokratischen Republik Kongo und grenzt unmittelbar an die Provinzhauptstadt von Nird-Kivu, Goma. Hier ist die Sicherheitslage leider momentan nicht so gut. Um die 50 Rebellengruppen gibt es im Ostkongo, momentan liefert sich die M23 heftige Kämpfe mit der kongolesischen Regierungsarmee. Seit gestern scheint es aber wieder ruhiger zu sein, kann man dem twitter-Account der taz-Korrespondentin Simone Schlindwein entnehmen, die vor Ort ist.

Auch wenn wir in Ruanda sein werden und Kampfhandlungen in Gisenyi äußerst unwahrscheinlich sind, so ist es doch etwas beunruhigend, wenn keine 20km entfernt heftige Gefechte toben. Wir werden also mit der Reisegruppe gemeinsam überlegen, ob wir die Reiseroute noch entsprechend anpassen werden. So könnten wir z.B. einen Tag länger in Ruhengeri bleiben oder wir fahren etwas südlicher an den Kivusee, z.B. nach Kibuye, wo das Foto oben entstanden ist. Wir werden uns auf jeden Fall vor Ort gut informieren und kein zu großes Risiko eingehen.

Frank