Was so in der Zeitung steht …

‎Manila‬ ist eine Stadt der religiösen Superlative – und wir, eine achtköpfige missio‬-Delegation mit Präsident Prälat Klaus Krämer, seit gestern Mittag mittendrin. Bis Sonntag treffen wir uns mit Bischöfen, Priestern, Ordensfrauen und Männern, Laien der philippinischen Kirche. Gemeinsam bereiten wir den Monat der Weltmission (‪#‎wms16‬) im Oktober in Deutschland vor. Dann kommt die Kirche der Philippinen‬ zu uns zu Gast. Mit uns reist auch Elaine Estivalét-Steiner vom Kindermissionswerk “Die Sternsinger“.

missio-Reise auf die Philippinen

Eine achtköpfige Delegation des Hilfswerks missio Aachen ist vom 10. bis 17. Januar 2016 auf den Philippinen unterwegs. Dort informiert sie sich unter anderem über den interreligiösen Dialog, die Situation von Familien im Land und den Wiederaufbau nach dem Taifun Haiyan. Die Philippinen stehen im Oktober 2016 im Mittelpunkt der missio-Aktion zum Monat der Weltmission  (‪#‎wms16‬).

Die missio-Delegation auf den Philippinen

Die missio-Delegation auf den Philippinen (v.l.n.r.): Margarethe Roßkopf (missio-Länderreferentin), Elaine Estivalét-Steiner (Kindermissionswerk “Die Sternsinger”), Johannes Seibel (missio-Pressesprecher), Prälat Dr. Klaus Krämer (missio-Präsident in aachen), Frank Kraus (Leiter der missio-Auslandsabteilung), Katja Heidemanns (Leiterin der missio-Spendenabteilung), Michael Meyer (Referent Theologische Grundlagen), Werner Meyer-zum-Farwig (stv. Leiter der missio-Bildungsabteilung). | Foto: missio

Ein letzter Tag in Kenia

Durch das Lied, mit dem wir am ersten Tag unserer Reise begrüßt worden sind, verabschieden wir uns heute – in deutscher Version – von unseren Gastgebern an der CUEA (Catholic University of Eastern Africa). Ein musikalischer Vorgeschmack (Das Original).

Vor der Verabschiedungsfeier trifft sich die Gruppe zu einem letzten gemeinsamen Foto vor der Missio-Hall auf dem Gelände der CUEA.

Vor der Verabschiedungsfeier trifft sich die Gruppe zu einem letzten gemeinsamen Foto vor der Missio-Hall auf dem Gelände der CUEA.

Die letzten Tage der Reise sind wie im Flug vergangen und haben noch einmal einzigartige Erlebnisse für uns bereitgehalten. Der heutige Faculty Day der Katholischen Universität rundet unseren Aufenthalt in gewohnt herzlicher Art ab. Wir haben die Möglichkeit, viele unserer Gesprächspartner noch einmal zu treffen. Es ist spannend zu sehen, wie die Eindrücke der ersten Tage nun im Licht der gemachten Erfahrungen wirken.

Wir verabschieden uns herzlich!

Peacebuilding in der Praxis, durch Gemeinschaft und aus Tanz

Nachdem wir uns in den vergangenen Tagen überwiegend religiösen sowie kulturellen Themen widmeten, nehmen wir hier in Eldoret besonders politische und soziale Inhalte in den Blick. Deshalb besuchen wir in diesen Tagen ländlich situierte Small Christian Communities (SCCs) und Gemeinden, die noch einmal ganz andere Erfahrungen und Eigenarten bereithalten.

Den Donnerstag verbringen wir als große Gruppe in der Gemeinde burnt forest. Hier werden wir um elf Uhr zum ten-o’clock-tea herzlichst mit Tee, Kaffee, Brötchen, heimischen Früchten und Popcorn empfangen. In Nairobi wurden uns die Unterschiede zwischen der afrikanischen und europäischen Zeitrechnung und -wahrnehmung noch durch das Sprichwort „Die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner die Zeit“ erklärt. Nun sieht man: Wir fangen an, uns anzupassen.

In der benachbarten Kirche begrüßen uns die Stammesältesten – die sogenannten eldest – der Kalenjin und Kikuyu und nehmen sich Zeit, uns ihre Erfahrungen der Peacebuildingprozesse zwischen ihren Stämmen zu schildern. Die eher theoretischen Inhalte des Gesprächs mit Bischof Cornelius vom Vortag werden auf diese Weise durch praktischen interaktiven Austausch, Fragen und Diskussion greifbar. Es geht uns nahe, zu erleben, dass die Gruppen, die sich aufgrund von politischen Konflikten vor noch nicht einmal zehn Jahren gegenseitig bekämpft haben, nun offen und friedvoll im Dialog stehen. Die Grundlage dieser Arbeit sind gemeinsame Projekte (landwirtschaftliche Genossenschaften und der Bau von Brücken über den Fluss, der die Gebiete der Stämme bislang voneinander trennte) sowie der gemeinsame Schulunterricht aller Stammeskinder. Diese Erfahrungen zeigen, wie Schule gelebt werden kann und dass Schule nicht nur die Aufgabe von Allokation und Selektion, sondern gerade in diesen Regionen einen großen Beitrag zur Friedenssicherung leistet. Sowohl die Herzlichkeit unserer Gastgeber als auch der Wunsch, uns den Erfolg ihrer Projekte vor Ort zu zeigen, bleiben in Erinnerung und zeigen ihren Stolz auf den gelungenen Peacebuildingprozess.

Den Freitagmorgen beginnen wir wie immer mit einem leckeren Frühstück. Dazu muss gesagt sein, dass uns Schwester Esther und ihr Küchenteam jeden Wunsch von den Lippen lesen und die kleinste Bemerkung über Lieblingsessen direkt in die Tat umsetzen. An dieser Stelle ein herzliches „Asante sana, sister Esther!“

Heute steht auf der Tagesordnung, unterschiedliche SCCs in kleinen Gruppen von bis zu vier Personen zu besuchen und den Tag mit ihnen zu verbringen. Wir werden mit dem Bus an verschiedenen Standorten abgesetzt und von Gemeindemitgliedern in Empfang genommen. Unter anderem besuchen wir die SCCs St. Peter, St. Thomas, St. John, St. Mary in den Gemeinden Queen of Peace (benannt nach dem erfolgreichen Peacebuildingprozessen zwischen den Stämmen) und St. Paul. Erst auf der Rückreise im Bus und zurück in unserer Unterkunft werden wir uns der Vielfalt und Einzigartigkeit der Begegnungen in den Kleingruppen bewusst.
Das Abendprogramm organisieren die Studierenden des GABA Institute, indem uns die Band der Universität Einblicke in traditionelle sowie moderne kenianische Musik und Tänze bietet. Wir sind begeistert!

 

Barbara Chebaibai Elpers und Andreas Jürgens

Studierende der Theologie

Carolin wird durch die Mitglieder der SCC St. Mary in die Christian-Women-Association der Gemeinde Queen of Peace aufgenommen, welche der deutschen katholischen Frauengemeinschaft ähnelt.

Carolin wird durch die Mitglieder der SCC St. Mary in die Christian-Women-Association der Gemeinde Queen of Peace aufgenommen, welche der deutschen katholischen Frauengemeinschaft ähnelt.

Die SCC St. Mary versammelt sich wöchentlich und abwechselnd bei den Gemeindemitgliedern. Wir werden herzlich begrüßt und starten anschließend mit dem Evangelium des Sonntags in das Bibelteilen. Hier stehen praktische Alltagserfahrungen im Mittelpunkt, wie der Umgang mit Geld oder die richtige moralische Erziehung der Kinder. Wir wissen und herzlich aufgenommen und genießen das Beisammensein.

Die SCC St. Mary versammelt sich wöchentlich und abwechselnd bei den Gemeindemitgliedern. Wir werden herzlich begrüßt und starten anschließend mit dem Evangelium des Sonntags in das Bibelteilen. Hier stehen praktische Alltagserfahrungen im Mittelpunkt, wie der Umgang mit Geld oder die richtige moralische Erziehung der Kinder. Wir wissen und herzlich aufgenommen und genießen das Beisammensein.

Von der Hauptkirche der Gemeinde St. Paul geht es zu Fuß zur SCC St. Peter. Vor Ort werden wir mit einem traditionellen Tanz begrüßt. Dabei werden uns erste Gastgeschenke überreicht wie ein Stirnband und ein Armband, die die Farben des Stammes tragen. Wir hören das Evangelium auf drei verschiedenen Sprachen Kalenjin, Kisuaheli und Englisch. Danach folgen wir der 7-Schritt-Methode des Bibelteilens. Dieser Austausch wird immer wieder durch heimische Gesänge aufgelockert. Auch wir sind herzlich eingeladen, uns zu äußern und werden als vollwertige Mitglieder aufgenommen. Zum Mittagessen in großer Runde geht es in das Haus der Gastfamilie. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, um mit den Mitgliedern der anderen SCCs eine gemeinsame Abschlussmesse zu feiern, werden uns traditionelle Namen gegeben. Ich heiße jetzt: Chebaibai was ein Mädchen beschreibt, das stets happy und joyful ist.

Von der Hauptkirche der Gemeinde St. Paul geht es zu Fuß zur SCC St. Peter. Vor Ort werden wir mit einem traditionellen Tanz begrüßt. Dabei werden uns erste Gastgeschenke überreicht wie ein Stirnband und ein Armband, die die Farben des Stammes tragen. Wir hören das Evangelium auf drei verschiedenen Sprachen Kalenjin, Kisuaheli und Englisch. Danach folgen wir der 7-Schritt-Methode des Bibelteilens. Dieser Austausch wird immer wieder durch heimische Gesänge aufgelockert. Auch wir sind herzlich eingeladen, uns zu äußern und werden als vollwertige Mitglieder aufgenommen. Zum Mittagessen in großer Runde geht es in das Haus der Gastfamilie. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, um mit den Mitgliedern der anderen SCCs eine gemeinsame Abschlussmesse zu feiern, werden uns traditionelle Namen gegeben. Ich heiße jetzt: Chebaibai was ein Mädchen beschreibt, das stets happy und joyful ist.

Mitglieder der Gemeinde Queen of Peace nach dem gemeinsamen Gottesdienst.

Mitglieder der Gemeinde Queen of Peace nach dem gemeinsamen Gottesdienst.

Von der Stadt auf das Land

Balancieren auf dem Aequator

Balancieren auf dem Aequator

Besuch des Dioezesan-Bischofs Cornelius

Besuch des Dioezesan-Bischofs Cornelius

Auf dem Weg nach Eldoret, einer etwas laendlicher gelegenen Stadt, bekommen wir erste spannende Eindruecke vom Leben ausserhalb der Grossstadt. Wir halten am Rift Valley, einem Ergebnis der Kontinentalverschiebung, das sich von Suedafrika bis nach Israel erstreckt. Hier bietet sich ein beeindruckendes Panorama. Ein weiteres Highligth dieser Bustour ist das Passieren des Aequators. Nach dieser 9 stuendigen Busfahrt werden wir herzlich vom Direktor des Gaba Instituts, eines Zweigs der CUEA (Catholic University of Eastern Africa), willkommen geheissen. Offensichtlich ist es fuer Kenianer schwer, unsere Namen nach Geschlecht zu sortieren – dementsprechend verlaeuft die Zimmerverteilung recht chaotisch. Letztlich kommen wir aber alle in den richtigen Zimmern muede und beeindruckt von den neuen Erfahrungen an. Auf dem Campus teilen wir den Tagesablauf mit all den anderen Studenten – von den Mahlzeiten bis zu den Messen.

 

Ein erstes heutiges Highlight ist der Besuch bei dem Bischof von Eldoret, Cornelius Korir. Hier lernen wir besonders eine Herausforderung der katholischen Kirche vor Ort kennen – sogenanntes Peace Building. Da Kenia 42 verschiedene Staemme kennt, sind (bewaffnete) Auseinandersetzungen an der Tagesordnung. Hauptsaechlich geht es hier um Anspruch auf Wasser und Land. Der Bischof hat sich in seiner fast 25 jaehrigen Amtszeit den Ruf eines vertrauensvollen Mediators erarbeitet. Sein diplomatisches Wirken zeigt sich vor allem in der erfolgreichen Zusamenfuehrung jeweils zweier Repraesanten der kaempfenden Staemme. Spannend fuer uns zu sehen ist, dass ein Hauptarbeitsfeld des Bischofs politischer Natur ist.

Am Nachmittag besuchen wir ein Minor Seminar, eine Schule, die auf die Ausbildung im Priesterseminar vorbereitet. Die Schlafraeume der Schueler, die fuer um die 200 Jungen ausgerichtet sind, sowie die Strenge der Lehrer, die sich auf Schildern auf dem gesamten Gelaende zeigt, wie ‘Be smart always’ oder ‘Laziness is a killer disease’, bleiben kritisch im Gedaechtnis. Zur Erholung schlendern wir durch die Stadt und ueber den Markt Eldorets. Die Lebendigkeit und das rauhe Treiben auf den Strassen bilden einen erfrischenden Kontrast zu den vorherigen Begegnungen. Hier erleben wir kenianisches Alltagsleben.

Anna Kohlwey, Stefanie Wieschus und Anna Ott

Theologiestudentinnen