Geteiltes Leben

Was für ein Tag… voller berührender Momente, Begegnungen, Ahnungen und tief geteiltem Leben.

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Johannes Duwe (missio Aachen), Thomas Renze (Diözesandirektor Bistum Fulda) und Steffen Jahn (missio-Diözesanreferent Bistum Fulda) im Cooperative Store

Schon früh brechen wir auf zum „Cooperative Store“ in  Lemery; der Lebensmittelladen in der alten Dorfkirche wird seit vier Monaten betrieben von einer kleinen BEC. Sie empfängt uns mit Trommelmusik und frohen Gesichtern. Wir hören, wie sehr das Engagement für eine gemeinsame Sache die Gemeinschaft zusammenschweißt, die Menschen stärkt und selbst eine schüchterne Melissa nun Managerin des Ladens ist.

Begeistert und beeindruckt geht unser Weg weiter zur Landgemeinde von Cabantohan, vorbei an Reisfeldern, Wasserbüffeln, durch Schlaglöcher und Pfützen. Die Diözese Jaro ist sehr ländlich geprägt und überall hören und sehen wir die Nachwirkungen des verheerenden Wirbelsturms Jolanda, der diesen Landstrich 2013 verwüstet hat. Die BEC´ s versuchen auch auf diese Situation konkrete Antworten zu geben.

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Eine Geschichte zur “Awareness Session”

In Cabantohan werden wir herzlichst empfangen, viele Kinder sind dank der nahen Schule da und erwarten uns. Wieder hören wir vom Engagement der Menschen, ih  ren Nöten und vor allem von der Freude  Glauben zu feiern und zu leben. Nach dem Mittagessen werden wir mit hineingenommen in eine „Awareness Session“, eine Erfahrung, Bibel so zu teilen, dass sie ganz konkret und praktisch Antwort gibt auf ein Problem in der Gemeinschaft. Wow, die Menschen lassen sich durch F. Robert und Weng vom Pastoralteam der Diözese mithineinnehmen und wir gleich mit. Wir landen bei Lukas 16, dem armen Lazarus und dem Reichen. Am Ende steht eines fest, es ist nicht wichtig, ob du reich oder arm bist, es kommt auf deine Haltung an.  Der Abschied fällt uns schwer, denn so viel Herzlichkeit und tief geteilter Glaube schweißt zusammen, auch in wenigen Stunden.

Am Nachmittag besuchen wir eine weitere kleine BEC direkt an der Küste,  die in einer Kooperative aus Algen leckere Cracker und Chips herstellen ( Tiabas Seaweed Facility).

Wir hören, probieren und treffen auch dort auf Menschen, die zusammenhalten und stolz sind etwas Eigenes zu schaffen, auch mit wenigen Mitteln.

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Die alte Bibel auf dem Altar der kleinen Dorfkapelle in Lemery

Erkenntnis des Tages: Gemeinschaft ist die wichtigste Ressource für Leben, Glauben, geteilte Visionen. Auch ein Wirbelsturm kann diese Kraft nicht brechen.  Es  ist ein Geschenk und macht demütig zu sehen, dass mit wenigen Mitteln Großes wachsen kann; wenn wir Gott Raum geben unsern Alltag zu gestalten, auf den Philippinen und in Deutschland.

Vision ganz praktisch

SONY DSC Nach einem ergiebigen tropischen Regen in der Nacht, der die Luft noch Feuchter, die Temperaturen aber nicht tiefer gemacht hat, sind wir vor dem Frühstück in die Nachbarschaft, ein paar Straßen weiter gegangen. Die Fischer die Tag für Tag bei Ebbe am Strand unterwegs sind und fleißig ihre Eimer füllen, leben dort in kleinen Hütten und bieten ihren Fang an. Die Frage für uns: was holen die dort aus dem Meeresboden?

Wer es schon probiert hat, erkennt es sicher schnell wieder: Das ist ein Berg frischer Austern. Das Leben der Menschen bringt uns zum Staunen, sehr einfach, beengt und sehr freundlich. Der Ausflug am frühen Morgen lies den Tag gut beginnen.

Nach dem Frühstück unter freiem Himmel und Blick aufs Meer machten wir uns wieder auf zum Bibelteilen. Heute mit Bildern und Körpergebet, ob das bei uns auch funktioniert?

Der Retreat am Vormittag führte uns wieder zurück in heimische Regionen, am Beispiel von Oberursel  und Steinbach im Bistum Limburg verfolgten wir den Visionsprozess, der vor 4 Jahren von hier aus inspiriert wurde. Danach gab es wieder Zeit um Fragen zu beantworten.

Das Mittagessen war, wie alle Mahlzeiten, durch die Vielfalt der Fischvarianten wieder ein Erlebnis.

Der Nachmittag brachte einen Retreat zum Thema Formation und ErwSONY DSCachsenenbildung. Sehr lebhaft, durch ein Rollenspiel eingeleitet konnten wir uns in die Situation einer philippinischen Basisgemeinde, die wir später auch noch besuchen werden, hineinversetzen. Am Ende stand die Erkenntnis, dass das Lebensgefühl und die Religiosität sich deutlich von unseren Erfahrungen unterscheiden. Sehr bereichernd ist immer wieder die unkomplizierte Verbindung von Leben und Liturgie.

Zum Abschluss des Tages feierten wir gemeinsam Eucharistie in der schönen Hauskapelle.

Die Einrichtung ist etwas ganz besonderes. Father Mark erzählte uns, dass ein altes verrottetes Fischerboot das Material für Altar, Kreuz, Ambo und Bänke lieferte. Eine sehr beeindruckende Gestaltung, die zum Blick auf das Meer passt.SONY DSC

Wer Visionen hat…

…sollte eben nicht zum Arzt gehen, sondern diese mit möglichst vielen anderen Menschen ins Gespräch bringen. Heute berichtete uns Father Mark aus eigener Erfahrung, warum es nicht ausreicht, eigene Ideen zu entwickeln. Mögen diese Ideen der Leitenden auch noch so wunderbar sein, so sind es eben nicht automatisch die Ideen und Träume der Menschen in der Pfarrei oder einer bestimmten Region. Visionen sollen dazu dienen, den Menschen Energie zu geben und sie zu begeistern. Dafür müssen die Leute unbedingt in die Erarbeitung einbezogen werden, damit die Visionen eben von vielen getragen werden und dadurch eine große Relevanz und Reichweite bekommen. In anschaulicher und sehr unterhaltsamer Weise hat Father Mark uns erzählt, wie er das in seinem Leben auch erst lernen musste.

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Der Nachmittag nahm uns dann in das konkrete Vorgehen hinein. Alleli und Josit vom Bukal-Institut gaben uns einen Einblick, wie das aufden Philippinen in einzelnen Diözesen umgesetzt wird. Alles beginnt zunächst an der Basis, indem Menschen in der Nachbarschaft persönlich über ihre Anliegen befragt werden und dann vorschlagen sollen, welche Art Kirche am günstigsten darauf reagieren könnte. Die Ergebnisse werden dann aus der Nachbarschaft in die nächst höhere Ebene (z.B. der Pfarrei) gertragen, bis hin zum Bistum. Auf diözesaner Ebene wird der Vorschlag für eine Vision formuliert, der dann nochmals durch die Pfarreien geprüft und im Endeffekt vom Bistum zur Vision für die Pastoral ernannt wird. Diese ist noch relativ weit gefasst und wird in regionaler Ebene immer weiter ausbuchstabiert.
Alles in allem dauert die Erarbeitung ca. 8 Monate und erfordert viel Hingabe – die Mitarbeiter des Bukal-Instituts sind dabei hervorragende Begleiter und Inspirateure.

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Auf dem Weg von Kirche

Anders als bisher begannen wir einen sonnigen Thementag in einem Pavillon am Meeresstrand. Eine einfache Weise des Bibelteilens eröffnete unser Zusammensein. Wir betrachteten das Sonntagsevangelium (Mt 23,1-12). Für unseren „pastoralen Werkzeugkoffer“ sollen noch weitere Methoden des Bibelteilens folgen.

Father führt uns durch die die Phasen der Kirchenentwicklung

Father führt uns durch die die Phasen der Kirchenentwicklung

Im weiteren Tageslauf begleiteten uns die Kirchenbilder des Lumko-Instituts in Südafrika. Sie markieren sehr wesentlich den Entwicklungsweg der Kirche auf den Philippinen. Wir waren überrascht, wie vertraut uns manches war. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede: die Bischofskonferenz der Philippinen beschloss bereits 1994, den Weg von der „versorgenden Kirche“ über verschiedene keinesfalls leichte Stationen zur Kirche als „Gemeinschaft von Gemeinden“, BEC’s, zu gehen. (BEC – basic ecclesial community: kirchliche Basisgemeinschaft.) Es geht in erster Linie darum, einer gemeinsam geteilten Vision stets neu Raum zu geben: jeder getaufte Mensch soll seinen Platz darin finden.

Abschließende Liturgie und spirituelle Reflektion

Abschließende Liturgie und spirituelle Reflektion

Im Laufe der Erarbeitungen hatten wir genügend Zeit, intensiv darüber zu diskutieren und uns auszutauschen. Wir staunten, mit welch wachem Blick Bukal diesen Prozess begleitet, dabei auch Ungleichzeitigkeiten akzeptiert und dennoch der Vision folgt. In einem eigenen Gottesdienst zum Abschluss nahmen wir die Themen mit ins Gebet.

Tag 3 (Freitag) Maryshore – Ist es möglich?