Frauenpower im Senegal

Ganz unerwartet hatten wir heute die Freude an der Taufe von Pierre Francesco teilzunehmen. Im Durchschnitt gibt es sechs Kinder pro Familie im Senegal und jedes Kind wird als Geschenk Gottes angesehen.

Abbé Pierre Aye tauft das erste missio-Mitglied im Senegal.

Abbé Pierre Aye tauft das erste missio-Mitglied im Senegal.

Bei einem Gang über dem Markt entdeckten wir Ditah, eine Frucht voller Vitamin C. Daraus machte uns die Küche im Priesterhaus einen leckeren Saft. Dieser stärkt uns für den Temperaturwechsel, der uns ab Montag erwartet.

Marktleben in Thiès

Marktleben in Thiès

Sieht aus wie eine Kartoffel, ist aber eine Ditah.

Sieht aus wie eine Kartoffel, ist aber eine Ditah.

Mit der nationalen Vorsitzenden der Katholischen Frauengemeinschaft Monique Thiandoum, sprachen wir am Nachmittag über die Situation der Frauen im Land. Interessant war dabei zu erfahren, dass in Fällen, in denen katholischen Frauen mit einem muslimischen Mann verheiratet sind, beide Partner ihren Glauben weiter leben können – auch wenn es nicht immer selbstverständlich ist.

Frauenpower Senegal - Deutschland

Frauenpower Senegal – Deutschland

 

 

 

Savannenlandschaft und Erdnussfelder

Auf dem Weg zurück nach Thiès fuhren wir durch die Savanne vorbei an Erdnuss-Maniok-und Hibiskusfeldern. Wir konnten Erdnüsse erntefrisch vom Feld geniessen.

Erdnussernte in der Savanne.

Erdnussernte in der Savanne.

Angekommen in der zweitgrößten Stadt des Senegals, besuchten wir die Maria Königin-Gemeinde, der 6.500 Christen angehören. Sie setzt sich aus acht Kleinen Christlichen Gemeinschaften zusammen, die von gewählten Frauen und Männern geleitet werden.

Begegnung in Maria Königin in Thiès

Begegnung in Maria Königin in Thiès

Zum Abschluss des Tages besuchten wir den Kunstgewerbemarkt. Manches Souvenier erfreut hoffentlich die daheim gebliebenen.

 

Besuch in St. Louis, der größten Diözese Senegals

Die „Soeurs de St. Joseph de Cluny“ betreiben in St. Louis verschiedene Einrichtungen rund um die Gesundheitsvorsorge und Ausbildung von Kindern. So besuchten wir eine Gesundheitsstation, in der neben der Gesundheitsversorgung von Kindern die Mütter eine fundierte Beratung in Sachen Ernährung und Hygiene erhalten. Dass die Gesundheitsstation sehr gut angenommen wird, konnten wir an den überfüllten Wartezimmern und belegten Behandlungsräumen erkennen.

Liebevolle Zuwendung erhalten die Kinder in der Kinderambulanz.

Liebevolle Zuwendung erhalten die Kinder in der Kinderambulanz.

Weiter ging es zur „Ecole Rue Duret“, einer Grundschule, in der ca. 300 Jungen und Mädchen unterrichtet werden. Obwohl es eine katholische Schule ist, spiegelt sich auch hier durch den hohen Anteil muslimischer Kinder die Gesellschaft des Senegal wieder. Nur ca. 5 % der Schüler sind Katholiken.

Unterricht in der Grundschule der Soeurs de St. Joseph de Cluny

Unterricht in der Grundschule der Soeurs de St. Joseph de Cluny

Danach fuhren wir zu der 25 km außerhalb von St. Louis gelegenen katholischen Ausbildungsstätte für junge Menschen, die aufgrund ihrer schwierigen Lebenssituation keine Schulausbildung absolvieren konnten. Die Schüler erlernen nicht nur das Handwerk der Skulpturenherstellung, sondern erfahren auch oftmals zum ersten Mal in ihrem Leben Anerkennung, Respekt und Wertschätzung. Die in den  60er Jahren von einem italienischen Pater gegründete Einrichtung ist seit dem Jahr 2000 staatlich anerkannte Skulpturenschule (SCP Saint Blaise Statues). Diese Ausbildung sichert den Absolventen in der Regel ein sicheres Auskommen für die Zukunft.

Auf dem Rückweg nach St. Louis besuchten wir noch die katholische Studentengemeinde der staatlichen Universität St. Augustine. Unter den 7.000 Studenten der Universität sind die Katholiken mit 500 eine kleine Minderheit. Sie betreiben verschiedene Aktivitäten wie z.B. einen Chor, einen Organisationsausschuss oder einen Festausschuss, wie uns der Vorsitzende, ein Student der Kommunikationswissenschaften, berichtet hat. Der Chor tritt auch bei vielen Veranstaltungen der gesamten Universität auf. Die Studentengemeinde hat eine eigene Kapelle. Der Hochschulpfarrer erzählte, dass auch muslimische Studenten zu ihm kommen und um Rat fragen. Ein erneutes Beispiel des christlichen Zeugnisses inmitten einer muslimischen Gesellschaft.

Begegnung mit der Kath. Studentengemeinde

Begegnung mit der Kath. Studentengemeinde

 

 

Von Kaolack nach St. Louis

Eine lange Fahrt von über 400 km stand uns heute bevor. Über Sandpisten, durch Schlaglöcher und traumhafte Savannenlandschaft ging es über Thiés nach Louga, etwa 60 km von St. Louis entfernt. Dort empfing uns Abbé Albert und Vertreter der Gemeinde zu einem Gespräch, insbesondere über die Gestaltung der Seelsorge in einer weit zerstreuten Gemeinde. Hier leiten ehrenamtliche Katechisten die fünf Kleinen Christlichen Gemeinschaften. Am frühen Abend trafen wir in der Procure der Diözese St. Louis ein und sind gespannt auf den morgigen Tag.

Noch ein schneller Kaffee.

Noch ein schneller Kaffee.

Empfang in St. Theresia in Louga. Koffer packen für St. Louis.

Empfang in St. Theresia in Louga.

Koffer packen für St. Louis.

Koffer packen für St. Louis.

Sonnenuntergang in St. Louis.

Sonnenuntergang in St. Louis.

 

 

 

Projektbesuche in Kaolack

Obwohl die Bischofskonferenz Senegals und weiterer Nachbarstaaten am Abend mit einem Festgottesdienst beginnt, nahm sich der Bischof der Diözese Kaolack, Benjamin, Zeit für unsere Gruppe. Er erzählte uns von seinen siebzehn Gemeinden die weit verstreut liegen.

Wichtig bei seiner Arbeit ist ihm das gute Verhältnis zwischen Chisten und Muslime, da die Probleme, die zu bewältigen sind (Arbeitslosigkeit, Armut, Analphabetismus…) für alle Senegalesen die gleichen sind.

Bischof Kaoloack

Anschließend besuchten wir die katholische Schule in Kaolack. 950 Jungen und Mädchen zwischen 6 und 12 Jahren werden dort unterrichtet.

Schule Kaolack

Begrüßt wurden wir von den Kindern, die auf dem Schulhof einige Lieder für uns sangen. Diese Schule besuchen sowohl katholische wie auch muslimische Kinder aus allen sozialen Schichten.

Schule Kaolack

Besuch bei Claire Logis l´Amitié, einer Laienorganisation. Diese Ausbildungsstelle bietet Mädchen ohne Schulabschluss die Möglichkeit einen Beruf zu erlernen. Die Schülerinnen stellten die verschiedenen Berufsrichtungen vor. Darunter waren Berufe wie Schneiderin, Friseuse, Hauswirtschafterin, Köchin etc. Besonders beeindruckend war die Geschichte von Viola. Über fünf Jahre hat sie gebraucht ihren Vater davon zu überzeugesn, eine Ausbildung bei Claire Logis l´Amitié machen zu dürfen. Nur ihrer Beharrlichkeit und der Unterstützung ihres Onkels, der diese Einrichtung kannte, ist es zu verdanken, dass sie jetzt schon seit einem Jahr ihren Traumberuf zur Schneiderin hier erlernen darf. Die Leiterin der Ausbildungsstelle Agnes Yoba ist vielen bekannt, als einer unserer Gäste aus dem Senegal im Monat der Weltmission.

Projekt Agnes

Zum Abschluss des Tages besuchten wir den feierlichen Eröffnungsgottesdienst der morgen beginnenden Bischofskonferenz.