Unbeschreiblich schön und irritierend: Die Reise nach Nordost-Indien im Rückblick

Aufregend, gastfreundlich, unbeschreiblich. Anrührend, neu und bunt, aber auch irritierend und herausfordernd – das war die Reise nach Nordost-Indien für die Reisegruppe aus Deutschland. „Wir sind mit dem Kopf noch gar nicht wieder richtig hier“, sind sich Christa Kortwinkel, Thomas Kamp-Deister, Johannes Hunkenschröder, Hans-Georg-Hollenhorst und Werner Meyer zum Farwig nach ihrer Rückkehr von der 14-tägigen Reise in den Nordosten Indiens einig. Die Region ist in diesem Jahr die Partnerregion des Monats der Weltmission des katholischen Hilfswerks missio. Die bundesweite Eröffnung findet am Sonntag, 6. Oktober, in Münster statt.

Die Reisegruppe ist gut in Guwahati (Nordost-Indien) angekommen).

Die Reisegruppe war am 11. März in Guwahati (Nordost-Indien) angekommen).

Es war immer wieder die Gastfreundschaft und die Offenheit der Menschen vor Ort, die die Reisenden aus Deutschland so beeindruckt hat. „Wir sind immer begleitet worden, man hat extra für uns gekocht – das war dann nicht so scharf – und wir hatten sogar Namensschilder an unseren Zimmertüren“, erinnert sich Hollenhorst. Davon könne man in Deutschland definitiv etwas lernen, so der missio-Diözesanbeauftragte. „Neues wagen – mutig sein“ – auch von diesem Pioniergeist der Menschen vor Ort und der Einbindung der Laien könne man sich sicherlich die eine oder andere Scheiben abschneiden.

Die erste Generation Christen zu treffen – zum Teil sind die Diözesen jünger als zehn Jahre – das sei für ihn und die Mitreisenden etwas sehr Besonderes gewesen. „Das Bistum Münster ist im Gegensatz dazu uralt“, sagt er.

Sprühend vor Energie, für eine Sache brennend, voll von innerer Freude und Spontanität: So hat die Reisegruppe die Menschen erlebt, die sie in den zwei Wochen kennenlernen durfte. Und trotz aller Unterschiede, die selbstverständlich auch in den zum Teil schwierigen Lebensbedingungen liegen, eine sie alle doch eins: der Glaube“, sagt Christa Kortwinkel und Kamp-Deister fügt hinzu: „Armut und Demut sind Tugenden, ohne die man in dieser Region nicht leben kann.“

Doch bei allen positiven und mitreißenden Eindrücken, gab es auch nachdenkliche Themen. So ging es in Gesprächen auch um den Handel mit Mädchen, Probleme mit Alkoholismus, illegalen Kohlebergbau, den im Nordosten Indiens stark zu spürenden Klimawandel oder das Müllproblem. „Die eigenen Gesetze der Volksstämme kommen uns ganz weit weg von unserer Normalität vor“, sagt Hunkenschröder. Und trotzdem, so Meyer zum Farwig, dürfe man nicht werten oder urteilen. Auch wenn es schwer falle. „Gerade das Thema mit dem Mädchenhandel hat uns alle tief berührt und sogar wütend gemacht“, erinnert sich Hollenhorst. Selbstverständlich denke man die eigenen Kinder und das sei nicht einfach gewesen, ergänzt Christa Kortwinkel.

Nach zwei Wochen auf Reisen haben sich alle wieder auf Zuhause gefreut. Die Familie, ein weiches Bett, einen starken Kaffee, freie Zeit, um die Eindrücke zu verarbeiten – das alles haben die fünf vermisst. Was sie als erstes gemacht haben, als sie wieder zuhause waren? Geduscht, geschlafen, die Zeit mit Familie und Freunden genossen und vor allem: ganz viel erzählt von einer Reise, die, so bringt es Hollenhorst auf den Punkt, „die Augen öffnet für andere Lebenswirklichkeiten und Glaubensformen; dazu bringt, die eigenen Haltungen zu hinterfragen; kurzum, eine Bereicherung und ein einzigartiges Erlebnis ist.“