Nah bei den Menschen

„touring sisters“ im Herbst im Münster zu Gast

Diese Überschrift fasst zusammen, was die Reisegruppe in den Gesprächen mit sehr engagierten SeelsorgerInnen erlebt habt. Unter Verantwortung der Jesuiten in Guwahati wird das kulturelle Erbe der mehr als 200 Volksgruppen (tribals) in diversen Feldforschungen und Veröffentlichungen aufgearbeitet und damit bewahrt, denn die meisten Volksgruppen haben eine mündliche Überlieferung, die bisher noch nicht schriftlich erfasst wurde und ansonsten verloren gehen würde. Die Jesuiten verantworten auch eine Vernetzung von bisher 500 Anwälten, Richtern katholischen Glaubens im NO Indiens, die vor Ort ehrenamtlich über Menschen- und Gesundheitsrechte sowie andere Themen informieren und auch rechtlichen Beistand für diejenigen geben, die das Geld ansonsten dafür nicht aufbringen können. missio fördert diese Menschenrechtsarbeit der Jesuiten in NO Indien – ebenso wie Kurse, in denen Frauen lernen, wie sie erwerbstätig sein können. Die Reisegruppe zeigte sich beeindruckt vom Besuch eines Sozialcenters, das eben genau dieses tut.

Dienstagabend stand eine Begegnung mit den  Missionary Sisters of Mary Help of Christians (MSMHC) auf dem Programm. Diese sehr lebendige Ordensgemeinschaft ist die erste einheimischen Kongregation im Nordosten Indiens. Faszinierend zu hören war, dass die „touring sisters“ wie Paulus zu biblischen Zeiten unterwegs sind und die Freuden, Sorgen, Anliegen, Zweifeln der Menschen teilen. Sie sind jeweils zu zweit unterwegs, ein Team aus Krankenschwester und Pastoralschwester. Zu Beginn einer Pfarreitour gibt es ein Treffen mit dem Priester, den Schwestern und Katecheten in der Gesamtpfarrei zur Absprache der Tour für die nächsten drei Wochen. Ab dann sind die Schwestern nur noch zu Fuß unterwegs, manchmal bis zu zwölf Stunden, bis sie das nächste Dorf erreichen. Dort angekommen teilen Sie ganz nah das Leben der Menschen, schlafen auf einfachen Matten bei einer Familie, die sie aufnimmt für einige Tage, essen dort mit, lernen die Sprache. Sie gehen von Haus zu Haus, helfen so gut es geht bei Krankheiten, beten mit den Menschen, teilen ihre Hoffnungen und Ängste … Es gibt auch Treffen in Gruppen, Erfahrungen mit und Trainings im Bibel Teilen, damit der Glaubens- und Erfahrungsaustausch weiter lebt, wenn die Schwestern nach einigen Tagen zum nächsten Dorf weiterziehen. Dann geht es zum Luft holen, Wäsche waschen … zurück zur Kommunität, bevor die nächste Tour beginnt. „Den Schwestern war anzumerken, wie sehr sie von ihrem lebendigen Glauben in dieser Mission getragen werden. Sie sprühten nur so voller Begeisterung: Frauenpower“, resümieren die Gäste aus Deutschland. Probleme, Mitstreiterinnen zu finden haben die „touring sisters“ nicht: Vielmehr suchen die jungen Frauen das Angebot als willkommene Abwechselung. „Das, was die Schwestern tun, tun sie aus der tiefen Kraft der Gemeinschaft und des Glaubens“, schildert Thomas Kamp-Deister seinen Eindruck.

Drei „touring sisters“ werden zur missio-Kampagne im Oktober nach Deutschland kommen und von ihren Erfahrungen erzählen. Für ihre Arbeit in Nordost-Indien überreichten die Gäste aus Deutschland ihnen eine Schutzengelplakette: Damit Gott sie beschützen möge. Bewegend!

Am Rande:  Unfallfrei durch vollgestopfte Straßen

Alle hupen und gefühlt fahren und laufen Rollerfahrer, Autos, kleine LKW und Fußgänger völlig ungeordnet auf einer viel zu schmalen Straße ganz nah an Verkaufsständen vorbei: Eine Autofahrt durch die Straßen von Guwahati hat Abenteuerpotenzial. Erst recht nach Einbruch der Dunkelheit. Aber alles ist gut gegangen – dank des erfahrenen Fahrers der Reisegruppe. Er hat sie sicher durch das wilde Treiben gebracht. Vielen Dank!

Tagsüber ging es vorbei an vielen Baustellen – die für europäische Augen ebenfalls abenteuerlich aussehen. Die Sicherheitsvorschriften, wie man sie aus Deutschland kennt, gelten im Nordosten Indiens wohl eher nicht …

Nächste Station: Itanagar

Weiter geht’s auf der Reise durch eine faszinierende Region. Von Guwahati geht es nach Itanagar.  500 Kilometer und fast zehn Stunden Fahrzeit mit Mittagsessen auf halbem Weg im Bischofshaus in Tezpur stehen auf dem Programm. „In Itanagar werden wir vom dortigen Bischof empfangen. Wir freuen uns auf noch mehr neue, faszinierende Begegnungen“, sagt Hans-Georg Hollenhorst.

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