¨Kirche? Das ist mein Zuhause!¨

Als wir auf die Philippinen kamen hatten wir so einige Fragen im Gepäck. Einige davon waren z.B.: Wie verstehen die Menschen hier Kirche? Was motiviert sie, sich in und für ihre Gemeinschaft einzusetzen? Wir haben bisher ganz unterschiedliche Antworten auf diese Fragen erhalten, aber eines kristallisiert sich klar heraus – die Philippinos fühlen sich in ihrer Kirche zu Hause! Und um das eigene Zuhause kümmert man sich eben.

Fast wie Zuhause haben wir uns heute auch gefühlt, als uns Bratwürste und Pommes aufgetischt wurden – allerdings zum Frühstück, was wiederum doch sehr ungewöhnlich war. Der Pfarrer und einige Mitglieder der Pfarrei ¨Queen of the Most Holy Rosary¨  meinten es sehr gut mit uns. So begleiteten sie uns auch auf die kleine Insel Bayas, die ebenfalls noch zur Pfarrei gehört und die wir mit sogenannten Bankas (den typischen Fischerbooten) erreichten.

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Auf der Insel angekommen, erwartete uns ein Gottesdienst, der sich leicht mit Superlativen beschreiben lässt. Eigens für uns vorverlegt, feierte die Gemeinde mit uns eine Sonntags-Liturgie, die von einem Laien (¨Lay Minister¨) geleitet wurde. In dieser Feier wurde eine Fülle an Gaben deutlich, die Ausdruck in den verschiedenen Diensten fand. Ein Chor aus vielen Jugendlichen begleitete mit stimmungsvollen Liedern den Gottesdienst. ¨Junge Frauen lasen die Lesungen. Facilitators¨ (Ermöglicher/innen) leiteten das Bibelteilen nach dem Evangelium an. Zwei Frauen, die als ¨liturgy minister¨ dienten, teilten die Kommunion aus. Und natürlich gehörten die Ministranten dazu, die den Einzug gestalteten und kräftig mitmusizierten. Auch wir konnten in den Rhythmus einsteigen, als Instrumente dafür dienten uns je zwei Stöcke aus Bambus.

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Das Gefühl für die Zeit hatten wir beinahe verloren, so schnell verflogen knapp zwei Stunden. Doch dann gab es ja pünktlich ein reichhaltiges Mittagessen. Die Freude über unseren Besuch und die Dankbarkeit für die Herzlichkeit der Gastgeber wurde auf vielen Fotos – vor allem Selfies – festgehalten, die uns an dieses Erlebnis erinnern werden. Was kaum auf Fotos festgehalten werden kann, ist die Offenheit der Philippinos, mit der sie das Wort Gottes und ihr Leben, inklusive Sorgen und Freuden, ganz selbstverständlich mit uns teilten.