Familienmenschen

Filipinos sind Familienmenschen. So hat es das gemeinsame Familienessen als wertvoller Bestandteil eines christlich gelebten Lebens in den Katechismus der philippinischen Bischofskonferenz geschafft. Das lernen wir, eine achtköpfige Delegation des Internationalen Katholischen Missionswerks missio Aachen mit Präsident Prälat Klaus Krämer an der Spitze, bei unserem Besuch auf den Philippinen, der vom 10. bis 17. Januar dauert.

Gruppenfoto

Gruppenfoto | Foto: missio

Wir veranstalten gemeinsam mit der Bischofskonferenz der Philippinen am Dienstag und Mittwoch eine Konferenz über die Situation der Kirche und besuchen dann am Donnerstag, Freitag und Samstag mehrere Projekte in anderen Landesteilen. Damit bereiten wir den Monat der Weltmission im kommenden Oktober vor, zu dem wir Gäste von den Philippinen erwarten.

Zurück zum Thema „Familie“: Die Kirche in dem Land merkt, dass die Familie unter Druck gerät. Unter anderem wegen den sogenannten „Overseaworkers“ – philippinische Männer und Frauen, die in aller Welt in der Krankenpflege, als Haushaltshilfen, in der Gastronomie oder als Matrosen arbeiten. Schätzungsweise sind so rund 10 Millionen Filipinos außerhalb des Landes. Das reißt Familien auseinander. Die Kirche auf den Philippinen will die zu Hause gebliebenen Familienmitglieder dauerhaft begleiten. Das ist aber nicht so leicht, sagt Bischof Gilbert A. Garcera, der die Familienkommission der Bischofskonferenz leitet. Hier muss noch einiges getan werden.

Zeugnis geben im Angesicht des Terrors

Der Oblatenbischof Angelito Lampon ist Apostolischer Vikar auf Jolo. Auf der philippinischen Inselkette leben Christen in einer extremen Minderheitssituation.

Der Oblatenbischof Angelito Lampon ist Apostolischer Vikar auf Jolo. Auf der philippinischen Inselkette leben Christen in einer extremen Minderheitssituation. | Foto: Johannes Seibel / missio

Bei all diesen Problemen beeindruckt mich aber auf der Konferenz das Zeugnis von Bischof Angelito R. Lampon OMI, der das Apostolische Vikariat Jolo leitet, am meisten. Auf der Inselkette Jolo am südlichsten Zipfel der Philippinen wütet die islamistische Terroristengruppe „Abu Sayyaf“ (Schwert Gottes) am übelsten. Obwohl die Philippinen ansonsten ein katholisches Land sind, stellen die katholischen Christen hier eine Minderheit dar.

Mehrere Priester von Bischof Lampon, sein Vorgänger als Bischof und zuletzt ein Leiter einer katholischen Jugendgruppe sind ermordet worden. Bischof Lampon kann das Bischofshaus nur unter Militärschutz verlassen. „Ich muss von der Liebe Gottes reden. Unser Zeugnis ist, dass wir einfach da sind, auch wenn es schwer ist“, erzählt er. Die islamistische Gruppe „Abu Sayyaf“ betreibt mittlerweile den Terrorismus als ideologisches und wirtschaftliches Geschäft. Durch Entführungen und Erpressungen verdienen die Terroristen viel Geld. Touristen und als reich geltende Chinesen sind die Opfer. Dabei fühlten sich die philippinischen Islamisten durch das Vorgehen des sogenannten „Islamischen Staates“ ideologisch ermutigt, sagt Bischof Lampon. Sein Ziel ist es, durch das friedfertige Ausharren der Christen in dieser Region die Menschen davon zu überzeugen, dass Terrorismus der falsche Weg ist.

Dieser Blogbeitrag erschien auch auf » weltkirche.katholisch.de.