Von der Stadt auf das Land

Balancieren auf dem Aequator

Balancieren auf dem Aequator

Besuch des Dioezesan-Bischofs Cornelius

Besuch des Dioezesan-Bischofs Cornelius

Auf dem Weg nach Eldoret, einer etwas laendlicher gelegenen Stadt, bekommen wir erste spannende Eindruecke vom Leben ausserhalb der Grossstadt. Wir halten am Rift Valley, einem Ergebnis der Kontinentalverschiebung, das sich von Suedafrika bis nach Israel erstreckt. Hier bietet sich ein beeindruckendes Panorama. Ein weiteres Highligth dieser Bustour ist das Passieren des Aequators. Nach dieser 9 stuendigen Busfahrt werden wir herzlich vom Direktor des Gaba Instituts, eines Zweigs der CUEA (Catholic University of Eastern Africa), willkommen geheissen. Offensichtlich ist es fuer Kenianer schwer, unsere Namen nach Geschlecht zu sortieren – dementsprechend verlaeuft die Zimmerverteilung recht chaotisch. Letztlich kommen wir aber alle in den richtigen Zimmern muede und beeindruckt von den neuen Erfahrungen an. Auf dem Campus teilen wir den Tagesablauf mit all den anderen Studenten – von den Mahlzeiten bis zu den Messen.

 

Ein erstes heutiges Highlight ist der Besuch bei dem Bischof von Eldoret, Cornelius Korir. Hier lernen wir besonders eine Herausforderung der katholischen Kirche vor Ort kennen – sogenanntes Peace Building. Da Kenia 42 verschiedene Staemme kennt, sind (bewaffnete) Auseinandersetzungen an der Tagesordnung. Hauptsaechlich geht es hier um Anspruch auf Wasser und Land. Der Bischof hat sich in seiner fast 25 jaehrigen Amtszeit den Ruf eines vertrauensvollen Mediators erarbeitet. Sein diplomatisches Wirken zeigt sich vor allem in der erfolgreichen Zusamenfuehrung jeweils zweier Repraesanten der kaempfenden Staemme. Spannend fuer uns zu sehen ist, dass ein Hauptarbeitsfeld des Bischofs politischer Natur ist.

Am Nachmittag besuchen wir ein Minor Seminar, eine Schule, die auf die Ausbildung im Priesterseminar vorbereitet. Die Schlafraeume der Schueler, die fuer um die 200 Jungen ausgerichtet sind, sowie die Strenge der Lehrer, die sich auf Schildern auf dem gesamten Gelaende zeigt, wie ‘Be smart always’ oder ‘Laziness is a killer disease’, bleiben kritisch im Gedaechtnis. Zur Erholung schlendern wir durch die Stadt und ueber den Markt Eldorets. Die Lebendigkeit und das rauhe Treiben auf den Strassen bilden einen erfrischenden Kontrast zu den vorherigen Begegnungen. Hier erleben wir kenianisches Alltagsleben.

Anna Kohlwey, Stefanie Wieschus und Anna Ott

Theologiestudentinnen