Erfahrung der kenianischen Kultur – Unser Tag mit den field-assistants

Am heutigen Montag besuchen wir das Tangaza College, welches nur einige Fußminuten von unserer Unterkunft entfernt ist. Dennoch gebietet es die afrikanische Gastfreundschaft natürlich, dass wir mit dem Bus abgeholt werden. Wir hören eine Einführung vom Leiter des Maryknoll Institut of African Studies Fr. Michel Kirwin, gefolgt von einer Vorlesung durch Professorin Mary Getui zur afrikanischen Kultur oder – wie wir lernen – den afrikanischen Kulturen. Kulturelle Themen, Besonderheiten und Herausforderungen der kenianischen Lebensweise, wie zum Beispiel Religion und Spiritualität, Familie und Sexualität oder die Spannungen zwischen afrikanischer Tradition und modernem Leben (z.B. Sozialmedia) standen im Mittelpunkt der Gespräche.

Nach diesem theoretischen Input und einem landestypischen Mittagessen starten wir jeweils in individueller Betreuung durch eine/n kenianischen Studierende/n in unsere ersten praktischen Erfahrungen mit der kenianischen Kultur in unterschiedliche Stadtteile. Hier besuchen wir unter anderem traditionelle herbal-healer (kräuterkundige Heiler), die unsere Fragen zu ihrer Arbeit, der Heilung von Kranken, beantworten und uns so einen weiteren Teil der afrikanischen Kultur aufdecken. Unsere Erfahrungen wurzeln nun wirklich in den Menschen, denen wir begegnen. Für uns beiden sind dies Aston Lentina und Francis Kinuthia, welche unserer Empfindung nach zwei unterschiedliche Verständnisse der traditionellen Heilung vertreten. Wir fühlen in der Einstellung von Aston Lentina, dass sie ihre Arbeit als Alternative zur Schulmedizin versteht und dass sie diesen Anspruch vertritt, indem sie Heilmittel für jegliche Krankheiten bereithält. Francis Kinuthia hingegen schildert uns die Arbeit als Ergänzung zur Arbeit der Ärzte im Krankenhaus und arbeitet zwar nicht mit diesen direkt zusammen, möchte aber auf diese reagieren indem er auf die Diagnosen der Schulmediziner reagiert. Hier sehen wir einen sehr unterschiedlichen Umgang mit der Vereinbarkeit von traditionellen und modernen Vorstellungen.

Sowohl diese Erfahrungen, als auch die weiteren Begegnungen und Eindrücke auf dem Weg in die Stadt haben uns erste und einmalige Eindrücke der kenianischen Kultur vermittelt, wie zum Beispiel die aufregende Fahrt mit den Matatus und das Erleben des Stadtlebens Nairobis. Wir freuen uns darauf, diese morgen nach gleicher Methode am Tangaza College und in der Begegnung zu erweitern.

Theresa Schroer und Andreas Jürgens

Studierende der Theologie

Blick über einen von uns besuchten Vorort Nairobis

Blick über einen von uns besuchten Vorort Nairobis

Heilerin Aston Lentina

Heilerin Aston Lentina

Die field-assistants Nelly, Susan und Jenny zusammen mit Theresa

Die field-assistants Nelly, Susan und Jenny zusammen mit Theresa