Nach einem guten Kaffee …

… geht es um 10.15 Uhr zur Kirche. „Ja, wir haben sehr früh dort zu sein, sonst bekommen wir keinen Platz mehr!“ Der Gottesdienst beginnt um 10.45 Uhr. Keinen Platz mehr – in einer Kirche, die mehr als 1.000 Sitzplätze hat! Ich bin überwältigt. Als wir ankommen strömen die Menschen geradezu in die Kirche. Am Wochenende gibt es sechs Gottesdienste. Jeder Gottesdienst ist voll von Menschen, manchmal, so erzählt mir Emily sichtlich stolz, mehr als 1.500 Gottesdienstteilnehmer. Unglaublich. Ich kann wirklich nachvollziehen, dass diese Kirche, die besondere Atmosphäre in der Kirche die Menschen anzieht. Aber was wäre das schönste Gebäude, wenn es mit der Leitung nicht stimmt? Emily und Vicky sind glücklich darüber, dass die Pfarrei von Franziskanern geleitet wird. Eine recht junge Gemeinschaft von neun Franziskanern lebt in der Kommunität. Der eigentliche Pfarrer ist recht jung, erst 35 Jahre alt. Ein sehr sympathischer Mensch mit großer Ausstrahlung. Er ist auch Hauptzelebrant des Gottesdienstes. Um die Menschenmassen überhaupt bewältigen zu können, gibt es eine ganze Reihe von Aufsichtspersonen, die Sitzplätze anweisen und für Ordnung sorgen. Auch während des Kommunionempfangs regulieren sie den „Verkehr“, so dass es nicht zu großen „Staus“ kommt und somit die ganze Zeitplanung durcheinander gerät. Bereits eine halbe Stunde nach Beendigung unseres Gottesdienstes beginnt der nächste! Zeitverschiebungen kann man sich nicht leisten …

Letztlich sind es aber auch diese Menschenmassen, die die Franziskaner dazu geführt haben – wenn auch erst seit 2007 – dass sie intensiv die Errichtung der KCG fördern. Es gilt, eine Kirche zu errichten, in der konkrete Gemeinschaft erfahrbar wird, in der die Möglichkeit besteht, den eigenen Glauben zu reflektieren, mit anderen aus der Nachbarschaft auf das Wort Gottes zu hören, dem Wort Gottes eine Relevanz für das eigene Leben zu ermöglichen. Es geht um eine Kirche, die die Vernetzung von Menschen ermöglicht, die die gegenseitige Unterstützung in diesen riesigen Hochhäusern fördert, eine Kirche, in der es darum geht, Leben und Glauben zu verbinden, in der es darum geht, den Blick für den Anderen zu fördern.

Am Nachmittag schließlich geht es zurück in unsere Unterkunft. Alle TeilnehmerInnen unserer Gruppe werden von unseren Gastfamilien zurückgebracht. Ein großes Hallo beginnt. Alle haben das Bedürfnis, von ihren tollen Erlebnissen der vergangenen drei Tage zu erzählen. Und alle sind beeindruckt von der enormen Gastfreundschaft, die sie in den Familien erleben durften. Aber viele von uns sind auch erschöpft. Intensive Gespräch während der drei Tage, unterschiedlichste Eindrücke, die Begegnung mit vielen Menschen und natürlich die Tatsache, dass jegliche Kommunikation nur auf Englisch ablief hat Kraft gekostet. Ein offizielles Programm ist für den Abend nicht mehr vorgesehen. Lediglich das Abendessen ist noch als einziger offizieller Programmpunkt für diesen Tag vorgesehen. Die gesamte Gruppe ist dafür dankbar.