Nach einer erholsamen Nacht …

… (ausschlafen bis 9.00 Uhr war angesagt, da auch Vicky und Emily den Samstag zum Ausschlafen nutzen!) ging es mit neuen Kräften in den neuen Tag. Emily und Vicky wollten mir als erstem Programmpunkt unbedingt ihre Pfarrkirche zeigen. Und es hat sich wirklich gelohnt: „St. Mary of the Angels“ ist eine supermoderne Pfarrkirche (übrigens auch im Internet zu finden), die viele Architektur- und Design-Preise gewonnen hat. Ich bin tief beeindruckt. Dies hätte ich nicht erwartet. Ich bin gespannt auf den nächsten Morgen, wenn wir zum Gottesdienst in diese Kirche gehen.

Familie hat für Vicky und Emily einen besonderen Wert. Zunächst war mir nicht klar, was sie damit meinten. Im Laufe des Abends wurde es mir aber sehr klar: Um 16.30 Uhr ging es zu einem Bruder von Emily. Die gesamte Großfamilie (mehre Geschwister mit ihren Kindern sowie die Großeltern) treffen sich zum Bibel-Teilen. „Wir sind zusätzlich eine Familien – SCC“ – erklärte mir Vicky stolz. Ein Kleine Christliche Gemeinschaft – bestehend aus einer Großfamilie! Seit etwa 20 Jahren haben sie mindestens einmal monatlich diese Treffen! Und: es ist ein ökumenisches Treffen. Die Hälfte der Großfamilie – alles Tamilen – gehören der anglikanischen Kirche an. Diesmal sind die Söhne der Familien (zwischen 20 und 27 Jahre alt) an der Reihe, das Treffen vorzubereiten und durchzuführen. Es ist ein junge, weltoffene, mit modernen Kommunikationsmitteln aufgewachsene Generation. Während die Eltern und Großeltern ein Bibel in die Hand nehmen, um den entsprechenden Text zu lesen, genügt den heutigen Leitern des Treffen ein iPhone, mit dessen Hilfe sie sich den Text via Internet auf den kleinen Bildschirm laden. Eine beeindruckende Runde.

Nach dem Bibel-Teilen dann der gemütliche Teil. Für die Gastgeber eine große Ehre, einen Gast aus Deutschland in seiner Wohnung empfangen zu dürfen. Natürlich ist man stolz, dem Gast aus fernem Land die indische Küche vorstellen zu dürfen. Ich weiß nicht mehr, wie viel ich an diesem Abend gegessen habe. Es war auf jeden Fall sehr viel, eine Variation aus mindestens 7 unterschiedlichen Hauptgerichten. Es fällt schwer, um 23.00 Uhr schon wieder „Auf Wiedersehen“ sagen zu müssen. Eine unheimliche Herzlichkeit durfte ich an diesem Abend erleben.